Vor langer Zeit...
Fladenbrot, Ringbrot, Baguette ...
Vielfältig waren die Formen, die das Brot im
Laufe seiner Geschichte angenommen hat. Mit den
Haubenfladen aus der jügeren Steinzeit hat
die Geschichte des Brotes begonnen.
6000 Jahre Brotbacken in Europa bedeutet aber
auch eine technikgeschichtliche Entwicklung der
Backgeräte und Backöfen - von der Backglocke
aus Keramik bis zur vollautomatisierten
Backstraße. Über den Bäckerladen oder durch
fahrende Händler mit Tragekörben oder
Fahrzeugen kam das Brot zum Verbraucher.
Bäckerwappen, Brezel, steigende Löwen ...
Ob Ausbildung des Nachwuchses im Handwerk,
Qualitäts- kontrolle, Versorgung von Witwen und
Waisen zu einer Zeit, als es noch keine
Sozialkassen gab - die Zunft der Bäcker und
Müller spielte in den mittelalterlichen Städten oft
eine erhebliche Rolle.
Zunfttruhen, Urkunden,
Zunftpokale, verziert mit der Brezel oder dem
Wecken als dem Symbol der Bäcker oder dem
Mühlrad für die Müller machen die Bedeutung
der Zünfte wieder erlebbar.
Geschichte des Brotes
Bereits einige hunderttausend Jahre der Menschheitsgeschichte waren verstrichen, ehe unsere
Vorfahren die Nahrung nicht mehr ausschließlich in rohem Zustand zu sich nahmen.
Ursprünglich waren wir Menschen
Sammler tierischer und pflanzlicher Nahrung.
Aus ihnen wurden schließlich Hackbauern und in progressiveren Kulturkreisen
bahnte sich über den Anbau von Gräsern mit schmackhaften Samen
der Übergang vom Hackbau zur Pflugkultur an.
Die züchterische Auslese von besonders wohlschmeckenden und großsamigen Getreidefrüchten erfolgte
im Laufe der folgenden Jahrtausenden. So wurde eine Voraussetzung für die
Speicher-
und Bevorratungswirtschaft geschaffen und damit ein Seßhaftwerden der Hackbauern
und durch ständig ansteigend der Bevölkerungszahlen ein notwendiges Vordringen in kaum erschlossenen nördliche, kältere Regionen
erst ermöglicht.
Als älteste Getreide wurden Vorstufen zum Weizen (
Einkorn, Emmer und Dinkel) und
der sechszeiligen Gerste angebaut.
So sind zum Beispiel Roggen und Hafer jünger als die
Hirse. Die Getreidekörner wurden zunächst roh verspeist . . .
Bis der Pflugbauer das handwerkliche Herstellen von Brot entwickeln konnte, waren noch
viele Dinge (ständiges Bereithalten von Feuer bzw. das Erzeugen desselbigen, und
viele andere Hilfsmittel) zu entdecken und zu erfinden. Ein dorniger langer weiter Weg.
Probleme der Brotherstellung im 20. Jahrhundert
Erst Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts wurde zuerst von den Backfabriken später
auch von den mittleren und kleineren Bäckereien
anstatt Sauerteig für den
Brotteig
Zitronensäure verarbeitet.
Der Vorteil, die Arbeitsersparnis der Sauerteigherstellung und der pecuniären Einsparung ausgebildeter Fachleute,
verbunden mit der nun möglichen gleichmäßigen Teigbereitung, die für die Maschinengängigkeit
der Brotfabriken unabdinglich war, wurde eingekauft mit einem
Verlust von Geschmack, den nicht nur Gourmets bemerkten und
der typischen Brotqualität, ein Brot zwei bis vier Wochen essen zu können.
So ein Nichtsauerteigbrot wurde und wird oft schon nach 1 - 2 Tagen hart und
annährend ungenießbar...
Das Problem wurde von den Backmittelfirmen erkannt.
Man produzierte und produziert (!) fortan
Backmischungen, die zwar auch nicht
länger haltbar sind, jedoch durch professionell gedesignten Geschmacksverstärkern ein im Mund zu entfaltendes
Brötchen-Schinken-Bier-ähnliches Ambiente zu erzeugen in der Lage sind.
Mit Aufkommen der Backmischungen wurde der Sauerteig und Sauerteighefen teils durch Starkhefen und Backpulver ersetzt, und als
Zutaten Fett, Milch, Magermilch, Zucker und Gewürzen, sowie unter Verwendung von Lockerungsmitteln
(Sauerteig, Hefe, Backpulver) hergestelltes Gebäck. Da der Verbraucher durch Zeitungsberichte, Fernsehreportagen usw. hellhörig geworden war, bekamen die Bio-Verbände wie
Demeter und
Bioland, regen Zulauf.
Viele kleine Backbetriebe, auch schon mittlere mit mehr als 10 Beschäftigte,
fangen jetzt an,
wieder auf ihren
Betriebssauerteig zu setzten
und eine gute bis Spitzenqualität zu bieten.
Meist arbeiten sie
ohne Backmischungen und ohne Zusätze, die die Teige
maschinengängig machen sollen.
Der Kunde kann dies durch im Geschäft veröffentlichte Öko-Kontrollnummern
selbst nachprüfen.
Viele Kunden honorieren dies und kaufen wieder verstärkt in dem Bäckerladen von nebenan.
Größere Betriebe allerdings sind oft noch zu schwerfällig um ihren Berieb umzustellen.